Ausbau der Unabhängigkeit der Medien durch Reform und Demokratisierung des ORF, Garantie der journalistischen Freiheit sowie neuer Presseförderung mit unabhängiger Vergabe. Weil Demokratie nur mit unabhängigen Medien funktionieren kann! (aus www.demokratie-jetzt.at" - MeinOe DemokratieVolksbegehren)

Es ist unbestritten, dass eine Vielfalt an Qualitätsmedien eine wesentliche Säule jeder lebendigen Demokratie darstellt. Die Arbeit von kritischen, unabhängig recherchierenden JournalistInnen ist ebenso unverzichtbar wie die Beiträge von politischen Kommentaren zum öffentlichen Diskurs. Damit die Medien diese Aufgaben erfüllen können, müssen sie zum einen über eine ausreichende wirtschaftliche Basis verfügen, weil diese als einzige die dauerhafte Unabhängigkeit von politischen Interessensgruppen garantieren kann (könnte).

Zum anderen muss aber auch darauf hingearbeitet werden, dass die Qualitätsmedien auch ausreichende verbreitet und gelesen werden (Schulthema), also nicht auf kleine Gruppen und Eliten beschränkt bleiben. das Handlungsfeld kann man in drei unterscheidbare Zonen gliedern:


> Mediale Selbstverantwortung und journalistische Ethik:

Die Branche braucht unbedingt mehr Selbstreflexion, ein Mehr an Diskurs über die eigenen Aufgaben, die eigenen Grenzen und das zeitgemäße Rollenbild von JournalistInnen. Die Diskussion über verbesserte Institutionen der Selbstkontrolle (Presserat, etc.) muss ebenfalls wieder aufgenommen werden.


> Medienförderung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen:

die staatliche Presseförderung wurde in den letzten Jahren durch intensives Inserieren durch staatliche Stellen oder staatsabhängige Unternehmen scharf konterkariert. Während die offizielle Medienförderung darauf abzielt, wettbewerbsneutrale Basisfinanzierung zu leisten sowie Investitionen in Qualität zu honorieren, wurden durch diese (durchgängig steuerfinanzierten) Inserate einseitig die Boulevardmedien gefördert. Die Inserate bewirken durch ihr schieres Volumen eine inhaltliche Unterordnung der Berichterstattung unter die Kommunikationsbedürfnisse der inserierenden Regierungsstellen - also eine freiwillige Aufgabe der redaktionellen Eigenständigkeit. Zugleich wird der Wettbewerb mit den Qualitätsmedien zugunsten des Boulevards massiv verzerrt. In der längerfristigen Wirkung stellt diese Inseratenpolitik somit eine Gefahr für die Demokratie dar. Erster Schritt jeder glaubwürdigen Medienpolitik muss daher sein, diese Praxis zu beenden.


> Medienpädagogik:

Medien kritisch zu nutzen muss ebenso erlernt werden wie jede andere Kulturtechnik. Es ist Aufgabe der Schulen, Kindern und Jugendlichen beizubringen wie sie sich über wichtige Themen informieren, wie sie Fakten von Meinungen unterscheiden und wie sie die Fähigkeiten entwickeln, Inhalte vor dem Hintergrundwissen über die weltanschauliche Ausrichtung eines Mediums oder eines Journalisten differenziert einzuordnen...

Die Schulen kommen dieser Aufgabe nicht ausreichend nach. Es ist nicht einmal klar, welches Fach eigentlich dafür zuständig wäre (Deutsch? Geschichte? Philosophie? Ethikunterricht?)

aus Arena Analyse 2011 / Kovar & Köppl
Seiten 17-19 / Handlungsfeld 4: Medienpolitik und Medienpädagogik die Arena Analysen www.publicaffairs.cc von Kovar & Köppl geben einen guten Überblick über gesellschaftspolitische Herausforderungen der Gegenwart - die ebenfalls erwähnten Lösungsstrategien sind von eher wirtschaftspolitischer Ansicht - diese sollten in einem gesellschafts - und generationenübergreifenden Dialog mit Menschen/Politik/Wirtschaft diskutiert werden wie ihn in kleinem Rahmen das Zukunftsforum Windhaag www.zukunftsforum.cc organisiert.